Erotik-Freiraum nur für
Frauen
Regine Thoeren setzt einen Kontrapunkt
zu herkömmlichen Sex-Shops und will „die Männerdomäne
zurückerobern“
Kein rotes Schummerlicht, keine Kabinen, keine langen
Reihen mit Porno-Videos, keine billigen Nackt-Fotos.
„Lady´s Toys“ der erste Erotikladen in Köln nur
für Frauen, setzt auf Stil. Ein Kronleuchter, pinkfarbene Wände,
hell und übersichtlich, fast wie eine Galerie wirkt der Raum.
Männern ist der Zutritt zum Laden in der Geierstraße, Nähe
Heumarkt, verboten. Nur an zwei Nachmittagen dürfen sie in Begleitung
ihrer Partnerin auch mal schauen. Die Begründung: „ Frauen
sollen hier einen Freiraum haben, indem sie sich ungestört informieren
können, ohne dass ihnen Männer dabei über die Schulter
gucken, sagt Regine Thoeren. Designerin und Schauspielerin, die sich
mit der Gründung von „Lady´s Toys“ einen lange
gehegten Wunsch erfüllt hat. „In herkömmliche Sexshops
trauen sich Frauen nicht hinein.“ Außerdem würden dort
auch vorwiegend die Phantasien der Männer bedient. „Meistens
sind die Frauen in sehr erniedrigenden Rollen dargestellt.“ Vorbilder
für ihren Frauenerotikladen fand sie in New York, London und Amsterdam.
Um sich über das Angebot in Deutschland zu informieren, musste
Regine Thoeren zwangsläufig die von Männern dominierten Sexshops
aufsuchen. „Ein ganz blödes Gefühl.“ Sie sei da
mit Einkaufstaschen rein, habe sich stur umgeschaut und die Blicke der
Männer ignoriert, erzählt sie lachend.
Zu ihren Angeboten gehören Wäsche- und Lederartikel, erotische
Düfte, Bücher, Vibratoren („leider sind lilafarbene
noch nicht geliefert wurden“). „Zurzeit bin ich noch auf
der Suche nach Videos, die auch Frauen gefallen. Die sind nur schwer
zu finden.“
Etwas versteckt hinter einem Regal ist die Abteilung für Fetische
und „erotische Möbel“ wie Liegen und Käfige. Laut
Prospekt ist, „unauffällige Integration in den Wohnbereich
möglich“. „Das ist natürlich Geschmackssache.“
Sie respektiere Vorlieben, solange sie nicht in Gewalt ausarten. „Sex
hat viel mit Respekt zu tun – Zwang hat da nichts zu suchen.“
Regine Thoeren hofft, dass sie von ihren Kundinnen noch mehr über
Wünsche und Bedürfnisse erfährt. „Wir müssen
die Männerdomäne zurückerobern.“